Evakuierung St. Bernhard Hospital (Teil1)  vom 18.02.2009

Es ist Mittwoch, der 18.02.2009 gegen 11.45 Uhr.
In meinem Hauptberuf bin ich heute mit einem Vermessungstrupp in Gahlen unterwegs. Wie eigentlich immer zu dritt. Nur heute ist noch ein Schülerpraktikant dabei. Die Arbeiten gehen gut voran, Gebäudeeinmessungen sind für heute terminiert. Noch im Gespräch mit einem Auftraggeber klingelt mein Telefon. Ich drücke weg, jetzt nicht. Ich bin ja im Gespräch und nicht unhöflich. Die Gegenstelle bleibt hart. Zweiter Versuch.
Ich denke: „Ist wohl doch wichtig“ und nehme ab.
„Alarm für die Einsatzeinheit Voerde. Evakuierung St. Bernhard Hospital in Kamp-Lintfort nach Bombendrohung.“
Mein erster Gedanke: „Heute ist sie also, die für irgendwann mal angekündigte Überprüfung der Einsatzfähigkeit unserer Katastrophenschutzeinheit“ Ich sage durchs Telefon: „Schreib auf, wenn´s keine Übung wäre, könnte ich sofort kommen.“ Man will ja keine unnötigen Ausfallkosten verursachen.
Kurzum: Es war keine Übung sondern voller Ernst.
Ich entschuldige mich beim Kunden und erkläre die Situation. Gleiches erkläre ich auch telefonisch meinem Arbeitgeber in Dinslaken. Sofort stellt er mich frei – obwohl weitere Termine anstehen. Ein Kollege übernimmt den Messtrupp.
Nachdem das geklärt ist, setzten mich meine Kollegen in Voerde an der Rot-Kreuz-Unterkunft ab. Um 12.10 Uhr bin ich nicht mehr der erste, ca. 15 Helfer sind schon vor mir da und erledigen die nötigen Vorbereitungen. Das erste Fahrzeug rückt mit acht Helfern Richtung Kamp-Lintfort ab.
Gegen 12.40 Uhr rücken wir aus, nachdem sich unser Einsatzauftrag zweimal geändert hat. Von reiner Sanitätslage in Betreuungslage und zu Schluss in „Ausrücken mit der gesamten Einsatzeinheit mit allen eingelagerten 150 Feldbetten“.
Mit weiteren 17 Mann (und Frau) geht es im geschlossen Verband nach Kamp-Lintfort.
Der Verpflegungstrupp hat in der Zwischenzeit den Auftrag erhalten 30 Einsatzkräfte in der Kreisleitstelle zu verpflegen. Vier Helfer erledigen das aus unserer stationären Küche.

weiter mit Teil 2